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PRIMA PETITIO
Omnium orbium coelestium sive sphaerarum unum centrum non esse.
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ERSTER SATZ
Für alle Himmelskreise oder Sphären gibt es nicht nur einen
Mittelpunkt. |
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SECUNDA PETITIO
Centrum terrae non esse centrum mundi, sed tantum gravitatis
et orbis Lunaris. |
ZWEITER SATZ
Der Erdmittelpunkt ist nicht der Mittelpunkt der Welt, sondern
nur der der Schwere und des Mondbahnkreises. |
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TERTIA PETITIO
Omnes orbes ambire Solem, tanquam in medio omnium existentem,
ideoque circa Solem esse centrum mundi. |
DRITTER SATZ
Alle Bahnkreise umgeben die Sonne, als stünde sie in aller
Mitte, und daher liegt der Mittelpunkt der Welt in Sonnennähe.
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QUARTA
PETITIO
Minorem esse comparationem distantiarum Solis et terrae ad
altitudinem firmamenti, quam semidimetientis terrae ad
distantiam Solis, adeo ut sit ad summitatem firmamenti
insensibilis. |
VIERTER SATZ
Das Verhältnis der Entfernung Sonne-Erde zur Höhe des
Fixsternhimmels ist kleiner als das vom Erdhalbmesser zur
Sonnenentfernung, so dass diese gegenüber der Höhe des
Fixsternhimmels unmerklich ist. |
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QUINTA
PETITIO
Quidquid ex motu apparet in firmamento, non esse ex parte
ipsius, sed terrae. Terra igitur cum proximis elementis motu
diurno tota convertitur in polis suis invariabilibus
firmamento immobili permanente ac ultimo coelo.
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FÜNFTER SATZ
Alles, was an Bewegung am Fixsternhimmel sichtbar wird, ist
nicht von sich aus so, sondern von der Erde aus gesehen. Die
Erde also dreht sich mit den ihr anliegenden Elementen in
täglicher Bewegung einmal ganz um ihre unveränderlichen Pole.
Dabei bleibt der Fixsternhimmel unbeweglich als äußerster
Himmel. |
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SEXTA PETITIO
Quicquid nobis ex motibus circa Solem apparet, non esse
occasione ipsius, sed telluris et nostri orbis, cum quo circa
Solem volvimur ceu aliquo alio sidere, sicque terram pluribus
motibus ferri. |
SECHSTER SATZ
Alles, was uns bei der Sonne an Bewegungen sichtbar wird,
entsteht nicht durch sie selbst, sondern durch die Erde und
unseren Bahnkreis, mit dem wir uns um die Sonne drehen, wie
jeder andere Planet. Und so wird die Erde von mehrfachen
Bewegungen dahingetragen. |
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SEPTIMA PETITIO
Quod apparet in erraticis retrocessio ac progressus, non esse
ex parte ipsarum sed telluris. Huius igitur solius motus tot
apparentibus in coelo diversitatibus sufficit.
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SIEBENTER SATZ
Was bei den Wandelsternen als Rückgang und Vorrücken erscheint,
ist nicht von sich aus so, sondern von der Erde aus gesehen.
Ihre Bewegung allein also genügt für so viele
verschiedenartige Erscheinungen am Himmel. |
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His igitur sic
praemissis conabor breviter ostendere, quam ordinate
aequalitas motuum servari possit. Hic autem brevitatis causa
mathematicas demonstrationes omittendas arbitratus sum maiori
volumini destinatas. Quantitates tamen semidiametrorum orbium
in circulorum ipsorum explanatione hic ponentur, e quibus
mathematicae artis non ignarus facile percipiet, quam optime
numeris et observationibus talis circulorum compositio
conveniat. |
Mit diesen Voraussetzungen
nun will ich kurz zu zeigen versuchen, wie gut die
Gleichförmigkeit der Bewegungen gewahrt werden kann. Hier
jedoch glaubte ich, der Kürze halber mathematische Beweise
fortlassen zu sollen, und behalte sie mir für ein größeres
Werk vor. Doch werden die Größen der Bahnkreishalbmesser hier
bei der Erklärung der Kreise selbst mitgeteilt, woraus jeder,
der mit Mathematik vertraut ist, leicht ersehen wird, wie
vortrefflich eine solche Anordnung der Kreise mit Berechnungen
und Beobachtungen zusammenstimmt. |
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Proinde
ne quis temere mobilitatem telluris asseverasse cum
Pythagoricis nos arbitretur, magnum quoque et hic argumentum
accipiet in circulorum declaratione. Etenim quibus Physiologi
stabilitatem eius astruere potissime conantur, apparentiis
plerumque innituntur, quae omnia hic inprimis cor- ruunt, cum
etiam propter apparentiam versemus eandem.
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Damit nun nicht die
Meinung aufkomme, wir hätten die Beweglichkeit der Erde ohne
Begründung den Pythagoreern zufolge behauptet, nehme man auch
hier schon einen starken Beweis in der Erklärung der Kreise
entgegen. Und in der Tat suchen die Naturforscher durch diese
die Unbeweglichkeit der Erde am besten zu begründen und
stützen sich zumeist auf die Erscheinungen. Dies alles stürzt
hier vor allem deswegen in sich zusammen, weil wir gerade der
Erscheinungen wegen die Erde in Bewegung setzen. |